Sphagnum palustre

Sphagnum palustre
Sumpf-Torfmoos

Sumpf-Torfmoos
Sphagnaceae (Torfmoose)

Heimat

kühlere Regionen in Europa, Nordamerika, Asien, Australien und Neuseeland

Vorkommen im Garten

Große Bestände finden sich im Sammlungsbereich im Hochmoor sowie im Becken der fleischfressenden Pflanzen.  

Botanik & Ökologie

Das Sumpf- Torfmoos besiedelt in kühl- feuchten Regionen bevorzugt Moore, Wassergräben, nährstoffarme Sümpfe oder feuchte Stellen in Nadelwäldern und meidet kalkhaltige Böden. Es bildet längere Triebe und im laufe der Zeit dichte, stetig in die Höhe wachsende Matten. Es lässt sich von übrigen Laubmoosarten recht gut unterscheiden, allerdings nur schwer von anderen Torfmoosarten. Es vermehrt sich vornehmlich über abgebrochene Teilstücke, Sporenkapseln werden nur sehr selten ausgebildet. Aufgrund seiner Blattstruktur wirkt es wie ein Schwamm und kann das bis zu 30fache seines eigenen Gewichtes an Wasser speichern. Es nimmt daher bei der natürlichen Wasserrückhaltung eine hervorgehobene Stellung ein. Das Torfmoos wirkt als starker Ionenaustauscher und kann so noch unter extrem nährstoffarmen Bedingungen Nährstoffe aufnehmen; durch die Abgabe von H+ Ionen sorgt es allerdings für eine starke Versauerung seiner Umgebung - so sehr, dass andere Pflanzen und weitere Organismen im Wachstum stark gehemmt werden. Die abgestorbenen Moosschichten können von anderen Organismen nicht abgebaut werden und lagern sich als mächtige Torfschichten ab.  

Kulturgeschichte

In vergangenen Zeiten galten Torfmoore als Unland, die nicht für die Kultur von Pflanzen geeignet waren. Seit den 1930er, zunehmend seit den 1950er Jahren wurde dort verstärkt Torf als Brennmaterial oder als Ausgangsstoff für Blumenerden abgebaut, dafür wurden die Moorflächen entwässert und großflächig zerstört. Mittlerweile werden die Moore in Deutschland wieder zunehmend renaturiert und es wird versucht, dort Torfmoos als Ausgangsmaterial für Blumenerden gezielt anzubauen. Derweil wird die große Nachfrage nach Torf für Blumenerden (jährlich weltweit mehrere Millionen Kubikmeter) aus dem Ausland, z.B. dem Baltikum, Russland oder Kanada, gedeckt. Zunehmend werden torffreie Erden angeboten, aber auch Ausgangsstoffe wie Kokosfaser müssen von weither transportiert werden und sind nicht immer ökologisch unbedenklich.  

Inhaltsstoffe

Huminsäuren

Medizinische Verwendung

Torfmoose sind aufgrund ihrer Fähigkeit zum Ionenaustausch stark Keim- und pilzhemmend und wurden bis nach dem 2. Weltkrieg als sterile Wundkompressen verwendet.

Sonstiges

In Europa kommen 40 verschiedene Torfmoose vor, weltweit werden je nach Autor 150 bis 300 verschiedene Arten unterschieden. Da sich die verschiedenen Torfmoos- Arten sehr ähneln, ist die Bestimmung der meisten Arten nur Experten möglich.