Erica tetralix

Erica tetralix
Glocken-Heide

Glocken-Heide
Ericaceae (Heidekrautgewächse)

Heimat

atlantisch geprägtes Europa von Portugal über Frankreich, Britische Inseln, Deutschland, Baltikum bis zum südlichen Skandinavien

Vorkommen im Garten

Die Glocken-Heide findet sich an mehreren Standorten im Garten, ein größerer Bestand kann im Bereich der Atlantischen Zwergstrauchheide an der Grenze zu den Feuchtgebieten beobachtet werden. Ebenso findet sich die Pflanze im Bereich des Hochmoors im Sammlungsbereich des Gartens. 

Botanik & Ökologie

Die Glocken-Heide ist ein niedriger Zwergstrauch und erreicht Wuchshöhen von 15 bis (sehr selten) 50cm. Die Pflanze verfügt über immergrüne, nadelartige, 3-6mm lange Blätter, die zart bewimpert und am Rand umgerollt sind. Die kleinen Blätter sind eine Anpassung an nährstoffarme Böden. Die glockenförmigen, nach unten geöffneten Blüten befinden sich an doldigen Blütenständen, wobei 5-15 Einzelblüten pro Blütenstand gebildet werden. Die Blütenfarbe variiert von kräftig Rosa bis Zartrosa, selten gib es weiß blühende Pflanzen. Die Blüten werden nicht durch Bienen oder Hummeln bestäubt, diese sind zu groß und gelangen nicht in die glockenförmige Blüte; Die Bestäubung erfolgt durch kleine Thripse der Art Taeniothrips ericae ("Blasenfüße"; kleine Insekten mit fransenförmigen Flügeln, die häufig bei Gewittern ausschwirren und als "Mücken" wahrgenommen werden, aber nicht näher mit diesen verwandt sind). Die Insekten halten sich länger in den Blüten auf und ernähren sich von Nektar, auch die Eiablage und die Entwicklung der Larven erfolgt vollständig in den Blüten. Nach erfolgter Bestäubung entwickelt sich eine trockene Samenkapsel, die sehr feinen, leichten Samen werden vom Wind verbreitet oder durch Regengüsse fortgeschwemmt. 

Die Glocken-Heide besiedelt sehr nährstoffarme, torfige, dauerfeuchte bis übernässte Standorte in Mooren, feuchten Moorwäldern oder am Rande von Heidetümpeln. Die Pflanzen gehen eine Mykorrhiza-Partnerschaft mit Pilzen ein, um besser an Nährstoffe gelangen zu können.

Die Pflanze kommt in Deutschland schwerpunktmäßig im Nordwesten in Moor-Regionen vor (z.B. Ostfriesland), ist aber gefährdet durch Trockenlegung der Moore und Nährstoffeinträge durch zu starke Düngung der landwirtschaftlichen Flächen. Mittlerweile kommt sie fast nur noch in Naturschutzgebieten vor.  

Kulturgeschichte

Die Pflanze wird aufgrund ihrer attraktiven Blüten als Gartenpflanze in Moorbeeten und Heidegärten verwendet, ist aber deutlich anspruchsvoller an den Standort als andere Heide-Arten, so dass sie nur selten im Handel zu finden ist. 

Inhaltsstoffe

nicht bekannt

Medizinische Verwendung

keine Verwendung