Projekt Lebendige Dächer

zusammen mit der KfW Stiftung

Dachbegrünungen können im urbanen Raum ökologisch wertvolle Biotope sein und zahlreichen Tier- und Pflanzenarten einen Lebensraum bieten. Das Potenzial bestehender Dachbegrünungen ist für den Natur- und Artenschutz derzeit häufig nicht ausgeschöpft. Das möchten wir ändern!

Folgende Arbeitsschritte werden erfolgen:

Strategieentwicklung zur ökologischen Wertsteigerung von Dachbegrünungen für die heimische Tier- und Pflanzenwelt.

Bestandserfassung von Dachflächen und Abschätzung des Aufwertungspotenzials als Ersatzlebensraum heimischer Wildpflanzen.

Suche nach geeigneten Wildarten als Dachbegrünungspflanzen. Ausgewählte Pflanzen werden auf Probedächern ausgebracht und ihre Eignung geprüft. Auch seltene/gefährdete Arten sollen in die Untersuchungen einbezogen werden.

Information und Öffentlichkeitsarbeit zur Bewusstseinsbildung für den Wert arten- und blütenreicher Dachbegrünungen mit heimischen Wildpflanzen bei Bevölkerung, Gründach-Eigentümern, Gründach-Firmen und Behörden. Handreichungen und ein Leitfaden zur Anlage naturnaher Dachbegrünungen werden erstellt.

Aufwertungsmaßnahmen bestehender Dachbegrünung an Beispielflächen und Initiierung von weiteren Aufwertungsmaßnahmen zur Steigerung der heimischen Biodiversität.

 

Projektlaufzeit: Ende 2019 bis 2024


Dezember 2019

1. Dezember 2019

Start des Projektes „Lebendige Dächer – artenreich und vielfältig“. Ziel ist die Förderung der ökologischen Wertigkeit von bestehenden und neuen Dachbegrünungen durch artenreichen und vielfältigen Wildpflanzenbewuchs. Das Projekt läuft bis zum 30. Juni 2024 und wird von der KfW Stiftung gefördert. Dr. Beate Alberternst und Dr. Stefan Nawrath beginnen mit der Arbeit. Ihre vorrangigen Aufgaben sind zunächst die Erstellung einer Prüfliste für geeignete Pflanzenarten und die Konzeption einer Versuchsanlage im Botanischen Garten, um die Eignung dieser Arten unter kontrollierten Bedingungen zu testen.

10. Dezember 2019

Erstes gemeinsames Treffen des neu gebildeten Projektteams. Die Projektleitung übernimmt – wie bereits beim Vorgängerprojekt „Erhaltungskulturen“ – Andreas König, der Stellvertretender Technischer Leiter des Botanischen Gartens ist. Der Botaniker Uwe Barth war bereits beim Vorgängerprojekt „Erhaltungskulturen“ für die Projektkoordination zuständig. Der selbstständige Dachgärtner Horst Ewerling berät das Projektteam zu technischen und ökologischen Aspekten. 

Januar 2020

10. Januar 2020

Einrichtung einer Cloud Storage-Kommunikationsplattform mit Unterstützung der Staatlichen Lehr- und Versuchsanstalt für Gartenbau in Heidelberg. Damit wird ein dezentrales und gemeinsames Arbeiten mit Projektdaten ermöglicht.

Februar 2020

6. Februar 2020

Die Akquise von „Partnerdächern“ beginnt. Kooperationspartner mit geeigneten Dachbegrünungen sollen uns ermöglichen, unterschiedliche Optionen ökologischer Aufwertungen unter realen Bedingungen zu testen.

10. Februar 2020

Eine Projektvisitenkarte wird auf der Internetpräsenz des Botanischen Gartens eingerichtet; sie ist über folgende Adresse erreichbar:
https://www.botanischergarten-frankfurt.de/der-garten/projekte/lebendige-daecher-zusammen-mit-der-kfw-stiftung/

14. Februar 2020

Bei einem Abstimmungsgespräch mit der KfW Stiftung wird das Profil des neuen Projektes geschärft. Von zentraler Bedeutung ist eine breite Aufstellung des Themas –  wir beschränken uns nicht auf einzelne Pflanzenarten, sondern sehen eine Dachbegrünung als Lebensraum für Pflanzen und Tiere (vor allem Insekten), wobei eine höhere Artenvielfalt auch durch Strukturvielfalt erreicht werden soll. Unsere Lösungen und Anregungen müssen praxistauglich sein und werden daher auf realen Dächern getestet.

17. Februar 2020

Vorstellung des Projektes und des ganzen Teams bei der Amtsleitung des Palmengartens.

März 2020

1. März 2020

Der Reviergärtner Ralf Kremser verstärkt ab sofort das Projektteam. Er bildet die kommunikative Schnittstelle zu den gärtnerischen Abläufen und betreut auch die Erhaltungskulturbeete aus dem Vorläuferprojekt.

20. März 2020

Aufgrund der Beschränkungen durch die Corona-Pandemie finden keine persönlichen Treffen mehr statt; stattdessen führen wir wöchentlich Telefonkonferenzen durch, um die Kommunikation aufrecht zu halten. Unsere Kommunikationsplattform erweist sich als vorteilhaft und ermöglicht es uns, die Arbeiten am Projekt trotz der Kontaktbeschränkungen fortzuführen.

April 2020

2. April 2020

Erste Dachbegrünungen werden hinsichtlich ihrer ökologischen Ausprägung untersucht, um Aufwertungsoptionen zu prüfen.

3. April 2020

Die Artenliste für die Anzucht und Aussaat von ökologisch wertvollen und für unseren Zweck geeigneten Pflanzen ist fertig. Der Fokus liegt hier auf einheimischen Arten, während bisher bei Dachbegrünungen vielfach fremdländische Pflanzen verwendet werden. 

15. April 2020

Beginn der Kooperation mit dem Grünflächenamt und Umweltamt der Stadt Frankfurt am Main.

20. April 2020

Die Versuchsanlage wird im Botanischen Garten aufgebaut.

Tische

Die aufgebauten Tische simulieren kleine Dachflächen. Im Gegensatz zu echten Dächern ist diese Versuchsanlage jederzeit leicht erreichbar und ermöglicht das Testen von ökologischen Aufwertungen unter kontrollierten Bedingungen.

Das Substrat wird eingefüllt

Das Substrat ist eingefüllt, die Aussaat kann beginnen. Das handelsübliche Standardsubstrat hat eine Schichtdicke von 8-10 cm und eine Wasserspeicherkapazität von etwa 10 Liter pro qm Fläche.

Schätzrahmen

Die einzelnen Versuchsflächen sind nummeriert; ein Gitter (Schätzrahmen) erleichtert das Kontrollieren und Zählen der gekeimten Pflanzen.

24. April 2020

Der Wissenschaftsgarten der Goethe Universität am Campus Riedberg wird Kooperationspartner.

29. April 2020

Die Aussaat auf den ersten Teilflächen der Versuchsanlage ist erfolgt.

Mai 2020

13. Mai 2020

Auf den eingesäten Versuchsflächen ist eine reiche Keimung zu beobachten. Die Entwicklung wird kontrolliert und dokumentiert.

Keimlinge des Quirl-Knäuels (Scleranthus verticillatus), einer hessischen Verantwortungsart aus dem Vorgängerprojekt.

20. Mai 2020

Um den Besuchern des Botanischen Gartens einen Eindruck von den Zielen unseres Projektes zu vermitteln, beginnen wir mit der Errichtung einer Schauanlage. Diese visualisiert anschaulich die ästhetischen und ökologischen Vorteile einer hochwertigen Dachbegrünung.

Reviergärtner Ralf Kremser beim Einsäen… 

…und beim Gießen der Bepflanzung

Die Schauanlage zeigt 3 unterschiedliche Varianten einer Dachbegrünung...

…wobei unser „Biodiversitätsdach“ eindeutig am schönsten ist!

22. Mai 2020

Erste Privatpersonen werden mit ihren Dächern bzw. Dachbegrünungen Kooperationspartner.

Juni 2020

5. Juni 2020

Lange Trockenphasen und wenig Niederschläge in den Frühlingsmonaten April und Mai führen zum Vertrocknen vieler Dachbegrünungen, sofern keine Bewässerung erfolgt. Ein erster Härtetest für uns!

8. Juni 2020

Pier F (Zukunftshafen Frankfurt e. V.), ein Projekt der renommierten Frankfurter Architekturplattform AiD (Architektur im Dialog) wird Kooperationspartner. Auf den Showroom-Flächen können wir unser Konzept einem interessierten Fachpublikum präsentieren und Vorträge anbieten.

9. Juni 2020

Unser Akquisepapier liegt nach abschließender Gestaltung durch die Presseabteilung des Palmengartens vor – es dient der Anwerbung und Information von Kooperationspartnern mit Dachbegrünungen, die unser Projekt aktiv unterstützen wollen. 

12. Juni 2020

Unsere fertig gestaltete Schauanlage stößt bei Besucher*innen des Botanischen Gartens auf reges Interesse.

Beispielhafte Gestaltung eines „Biodiversitätsdaches“ mit ökologischer Aufwertung durch Strukturen

Hier testen wir verschiedene handelsübliche Samenmischungen für Dachbegrünungen

…und vergleichen die Ergebnisse

19. Juni 2020

Die Gesamtschule Konradsdorf in Ortenberg wird Kooperationspartner und möchte das Thema „ökologische Dachbegrünung“ auch in den Unterricht einbringen. Im Herbst soll unser Projekt in der Schule bei einer Pressekonferenz vorgestellt werden.

26. Juni 2020

Wir begutachten Dachbegrünungen der Technischen Hochschule Mittelhessen am Standort Friedberg und vereinbaren eine Kooperation.