Senckenbergischer Arzneipflanzengarten


Der Neue Senckenbergische Arzneipflanzengarten präsentiert die Pflanzen wie ein Heilpflanzenbuch mit 13 Kapiteln, wobei jedes Hochbeet ein Kapitel darstellt, in dem ein Anwendungsgebiet (Indikation) – also beispielsweise „Blutkreislauf“ oder „Atemwege“ – der Arzneipflanzen beschrieben wird. Der Besucher kann sich je nach persönlichem Interesse dem einen oder anderen Kapitel mehr zuwenden und erhält nach einer Einführung in das jeweilige Kapitel auf den einzelnen Buchseiten in Form der Pflanzenbeschreibungen weiterführende Information. Und wie in jedem Buch muss bei einer neuen Auflage (Vegetationsperiode) das Material aktualisiert, angepasst und ergänzt werden.


Durch die Anlage mit den unterschiedlich großen Hochbeeten und den scheinbar zufällig von A nach B führenden Kieswegen entsteht der Eindruck eines richtigen Gartens, der sich sowohl bezüglich wissenschaftlicher Konzeption als auch baulicher Anlage deutlich von den früher in diesem Botanischen Garten vorhandenen zwei Arzneigärten unterscheidet.


Diese waren in eher traditioneller Weise aufgebaut: Rechtwinklige Beete zu ebener Erde, die Nüchternheit und Sachlichkeit ausstrahlten, in regelhafter Aufreihung, verbunden durch Betonplatten als Gehwege. Die Pflanzen waren in diesem Konzept ebenfalls in regelmäßigen geraden Reihen nach Wirkstoffen und Wirkstoffgruppen, z.B. „Arzneipflanzen mit Alkaloiden“, aufgepflanzt, wodurch die Pflege und Bearbeitbarkeit vereinfacht wurde.

(Text: Manfed Wessel)