Lathraea squamaria subsp. squamaria

Gewöhnliche Schuppenwurz

Famile: Scrophulariaceae
Herkunft: gemäßigten Zonen von Europa bis ins westliche Asien zum Himalaya
Blütezeit: April - Mai
Status: Einheimisch

Vorkommen im Garten:

Mitteleuropäische Flora, Nordwestdeutscher Birken-Eichenwald, nahe dem Bachlauf.

Beschreibung:

Die Gewöhnliche Schuppenwurz ist ein chlorophyllfreier Vollschmarotzer (Holoparasit) auf Laubhölzern, meist auf Hasel (Corylus) und Erle (Alnus). Das bis zu 5 kg schwere reich verzweigte unterirdische Rhizom ist mit fleischigen, stärkereichen Schuppen besetzt. Mit ihren Saugorganen an den Wur-zeln (Haustorien) ernährt sich die Pflanze als Blutungssaft-schmarotzer (Xylemparasit), bis sie nach langer Jugend-entwicklung (10 Jahre) im Frühling unerwartet mit ihren auffälligen trübrosa Blüten-trauben zu Tage tritt.

Die Schuppenblätter an den bis zu 30 cm hohen oberirdischen Stängeln sind mit Wasserdrüsen (Hydathoden) besetzt, die aktiv Wasser ausscheiden, um das nötige Wasserpotential zwischen Wirt und Parasit aufrecht zu erhalten, da ein Transpirationsog von grünen Blättern fehlt. Die Schuppenwurz ist immenblütig (melittophil) und wird hauptsächlich durch Hummeln bestäubt. Die zahlreichen etwa 1,5 mm großen schwarzbraunen Samen reifen rasch heran. Die langlebigen Samen werden bereits Ende Mai aus der Kapsel ausgestreut, vermutlich von Wind (Ballonfliegersamen), Wasser und Ameisen verbreitet und keimen nur in Beisein einer Wirtswurzel von Frühjahr bis Herbst.

Standortbedingungen:

Die Gewöhnliche Schuppenwurz wächst meist in Bergregionen in sickerfrischen bis feuchten naturnahen Auen- und Schluchtwäldern auf basen- und nährstoffreichen Böden und ist in den gemäßigten Zonen von Europa bis ins westliche Asien zum Himalaya verbreitet. Die Art ist in den meisten Gegenden Hessens nur selten zu beobachten und in der Region Nordwest gefährdet. Die nächsten uns bekannten Vorkommen liegen im westlichen Taunus. Im Botanischen Garten Frankfurt taucht die Art in diesem Jahr (2011) unseres Wissens zum ersten Mal seit über 20 Jahren wieder auf, und zwar zum einen hier auf Hasel (Corylus avellana) und an anderer Stelle auf Grau-Erle (Alnus incana).
Zum Namen: griechisch LATHRÁIOS = verborgen; nach der Unscheinbarkeit der Pflanze; lateinisch SQUÁMA Schuppe; nach dem mit Schuppen besetzten Wurzelstock