Sanierung des Bachlaufs durch die Waldgesellschaften

Text und Bilder: Manfred Wessel, Botanischer Garten

Der Bachlauf, der die Waldgesellschaften im Botanischen Garten der J.W.Goethe-Universität Frankfurt durchläuft und sich am Endpunkt in den großen Teich ergießt, ist seit Jahren undicht. Um diesem Missstand zu begegnen, wird die Sohle des Baches in mehreren Jahresetappen – Gesamtlänge des Baches ca. 100 m – saniert. Wir haben uns hierbei gegen Folie entschieden und setzen lieber Ton ein, der seit einigen Jahren für Zwecke des naturnahen Teich- und Wasserbaus benutzt wird, weil wir glauben, damit dem natürlichen Charakter unserer Anlage im Botanischen Garten eher gerecht zu werden. Die am 14. Januar 2008 begonnene erste Etappe umfasst ca. 35 m Bachlauf sowie den Quellbereich, zu dem noch zusätzlich ein Wasserrohr von der Zisterne am Teich herangeführt wird, um das Wasser zukünftig in einem Kreislauf – Teich-Zisterne-Quelle-Bach-Teich – rotieren zu lassen.


Bild 01. Bachlauf altWie immer in den Wintermonaten befindet sich kein Wasser im Bachbett. Die bemoosten Steine zeigen an, dass diese Anlage viele Jahrzehnte alt ist. Noch stehen die Straußfarne (Matteuccia struthiopteris, vorne) an ihren angestammten P

Bild 02. Bachlauf alt

Bild 03. Räumung Bagger

Bild 04. Geräumter Bachbereich

Bild 01. Bachlauf alt

Wie immer in den Wintermonaten befindet sich kein Wasser im Bachbett. Die bemoosten Steine zeigen an, dass diese Anlage viele Jahrzehnte alt ist. Noch stehen die Straußfarne (Matteuccia struthiopteris, vorne) an ihren angestammten Plätzen.

Bild 02. Bachlauf alt

Der zukünftige Quellbereich unseres Baches, neben dem Erlenbruch gelegen. Hier soll ein natürlich gestalteter Quellbereich Wasser aus der Vorratszisterne in der Nähe des Teiches dem Bach zuführen.

Bild 03. Räumung Bagger

Nachdem die wertvollen Pflanzen auf einer Breite von ca. 200 cm ausgegraben und zwischengelagert wurden, beginnt der Bagger seine Arbeit. Alle Steine müssen entfernt werden und Erde ausgebaggert werden, um die Bachsohle zu vertiefen.

Bild 04. geräumter Bachbereich

Der zukünftige Quellbereich – geräumt, zerwühlt, Baustelle… Aber es wird auch wieder schöner werden…


Bild 05. Ausbringung des Tons

Bild 06. Verfestigen des Tons

Bild 07. Steinsetzung am Übergang

Bild 05. Ausbringung Ton

Zu erkennen ist, wie die Sohle des zukünftigen Baches mit Mineralgemisch 0/32 gestaltet wurde. Auf diese Sohle kommt ein wasserdurchlässiges Geotextilvlies mit einem Gewicht von 135 g/m², auf das wiederum der Ton ausgebreitet wird. Das Vlies hat die Funktion, die neue Tonschicht vor von unten eindringenden Steinen u.ä. zu schützen. Es bildet die Trennschicht zwischen Ton und Untergrund. Der Ton wird in handlichen Platten mit einer Dicke von 10 cm dicht an dicht ausgebracht, wobei sich die einzelnen Lagen an den nur 5 cm dicken Rändern überlappen.

Bild 06. Verfestigen Ton

Der Ton wird mit Stampfern breiig fest geklopft und damit zu einer zusammenhängenden einheitlichen und wasserundurchlässigen Schicht geformt.

Bild 07. Stein setzen am Übergang

Auf den Ton kommt eine weitere Lage Vlies, um die Tonschicht vor unbeabsichtigten Beschädigungen, z.B. bei Pflanzarbeiten, zu schützen und um die noch zu setzenden Steine und Findlinge am Eindringen in den Ton zu hindern. Je besser geschützt der Ton ist, um so länger besteht Dichtigkeit. Hier wird gerade ein fußläufiger Übergang (Brücke) über den Bach gestaltet.