Projekttagebuch 2017

Erhaltungskulturen gefährdeter Wildpflanzen

Ein von der KfW Stiftung (Kreditanstalt für Wiederaufbau) gefördertes Projekt im Botanischen Garten Frankfurt am Main.

14. Dezember

Im Rahmen der Kooperationsvereinbarung mit dem Hessischen Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) stellen wir Daten zum Vorkommen unserer Verantwortungsarten zur Verfügung, damit diese in die hessische Artendatenbank eingespeist werden können.

1. Dezember

Bei einem Besuch der Naturschutzgruppe der Stadt Münzenberg knüpfen wir Kontakte mit lokalen Akteuren und erörtern Möglichkeiten von Wiederansiedlungen in der Region.

14. November

Beim III. NABU-Erfahrungsaustausch zum Thema „Ex situ-Kultivierung und Wiederansiedlung heimischer Wildpflanzen“ stellen wir den aktuellen Stand unseres Projektes vor. Der Schwerpunkt liegt dabei auf den durchgeführten Wiederansiedlungen und unseren Erfahrungen. Die Veranstaltung in der Grünen Schule des Botanischen Gartens Mainz war sehr gut besucht; die hohe Teilnehmerzahl von rund hundert Personen verdeutlicht das große Interesse an der Thematik. Im Mittelpunkt des Treffens stand die länderübergreifende Vernetzung von Mitarbeiter(inne)n verschiedener botanischer Gärten und Akteuren aus dem Bereich des Naturschutzmanagements.

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Projektkoordinator Uwe Barth erläutert den aktuellen Stand des Projektes.

2. November

Der hessische Landesnaturschutztag in Gießen bietet Gelegenheit zum Austausch mit Vertretern von Naturschutzbehörden und Verbänden aus ganz Hessen.

27. Oktober

Die Kulturberichte für unsere 15 Verantwortungsarten wurden um die Erfahrungen des laufenden Jahres ergänzt und liegen nun vor. Sie enthalten Empfehlungen für die Anzucht und Kultur der jeweiligen Art und sollen später in gekürzter Form veröffentlicht werden.

26. Oktober

Für eine unserer Verantwortungsarten muss künftig eine nomenklatorische Änderung erfolgen: Tomans Schwingel (Festuca tomanii) wurde bereits von Miloslav Toman an versteckter Stelle gültig als Art beschrieben, so dass der Name Festuca tomanii mithin überflüssig ist. Der gültige Name ist demnach Festuca albensis [Toman M. 2008: Nachricht über einigen Forschungen und Erwägungen aus den Bereichen Historie, Botanik und Astronomie. • Neckenmarkt: edition nove. 435 Seiten.].

25. Oktober

Das Dezernat Naturschutz beim Regierungspräsidium Darmstadt veranstaltet einen Biodiversitäts-Projektmarkt in Bingenheim. Hier werden Projekte zum Schutz hessischer Verantwortungsarten vorgestellt, die mit Mitteln des Landes Hessen gefördert wurden. Dabei zeigt sich an konkreten Beispielen die gute Kooperation mit unserem Projekt, etwa bei der Wiederansiedlung des Zweifelhaften Grannenhafers (Ventenata dubia) im Rheingau-Taunus-Kreis. Hierfür übergeben wir eine Palette mit rund 50 Jungpflanzen an Sonja Kraft vom Landschaftspflegeverband des Rheingau-Taunus-Kreises zwecks Auspflanzung. Wir präsentieren ein Poster über unsere Arbeit und knüpfen weitere Kontakte zu Akteuren in Südhessen.

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Einige unserer Projektpflanzen „zum Anfassen“.
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Diskussion am Thementisch „Arnika & Grannenhafer“.
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Tagungsraum mit Posterpräsentation im Hintergrund.

19. Oktober

Die Wiederansiedlung des Zwerggrases (Mibora minima) bei Mörfelden-Walldorf durch eine Ansaat am 26. September war erfolgreich; bereits nach drei Wochen zeigen sich zahlreiche Keimlinge.

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Keimlinge des Zwerggrases (Mibora minima) Foto: P. Pohlmann

18. Oktober

Weil die Population der Sand-Silberscharte (Jurinea cyanoides) im FFH-Gebiet „Griesheimer Düne und Eichwäldchen“ erloschen ist, versuchen wir eine Wiederansiedlung durch Pflanzung im Bereich einer neuen Sandaufschüttung. Auch das Badener Rispengras (Poa badensis) besitzt nur ein sehr kleines Vorkommen im Umfeld, so dass wir die Population mit ca. 250 Exemplaren unterstützen. Tomans Schwingel (Festuca tomanii) kommt im Umfeld vor, hat sich bislang noch nicht in den Ansiedlungsbereich ausbreiten können, so dass wir diesen naturgemäß langwierigen Prozess mit der Pflanzung von ca. 300 Exemplaren unterstützen. Bei den beiden Gräsern wurden Pflanzen der beiden nächst gelegenen verfügbaren Herkünfte gemischt, um die genetische Basis der neuen Population möglichst breit anzulegen. Versuchsweise pflanzen wir auch einige Exemplare des Zwerg-Sonnenröschens (Fumana procumbens); bei gelungener Etablierung soll die Population durch weitere Pflanzung oder Saat vergrößert werden.

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Michael Strehl (Botanischer Garten Frankfurt) und Dr. Michael Stroh (Landkreis Damrstadt-Dieburg) bei der Pflanzung.

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Junge Pflanzen als „Ballenware“ unmittelbar vor der Pflanzung; links Tomans Schwingel (Festuca tomaniii), oben mittig Sand-Silberscharte (Jurinea cyanoides) und rechts vorn Badener Rispengras (Poa badensis).

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Badener Rispengras (Poa badensis) und Zwerg-Sonnenröschen (Fumana procumbens) nach der Pflanzung. Die rosa Schilder dokumentieren Herkunft und Akzessionsnummer der Pflanzen, dienen der Dokumentation und Kontrolle und werden nach der Pflanzung entfernt.

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Nach dem Angießen bleiben die Pflanzen sich selbst überlassen.

Anfang Oktober

In Mitteleuropa gibt es nur zwei Populationen des Steifen Lauches (Allium strictum), beide liegen in Nordhessen. Eine davon ist sehr klein, so dass wir in Abstimmung mit der Naturschutzbehörde einige Samen entnommen hatten, um eine Vermehrung im Botanischen Garten durchzuführen. Die Überlebensrate der Keimlinge in der Natur ist sehr gering. Ein von uns beauftragter Botaniker pflanzt nun die jungen Pflänzchen am Herkunftsort aus, um die kleine Population zu verstärken.

26. September 2017

Für das Sand-Zwerggras (Mibora minima) werden wir erneut in Mörfelden-Walldorf aktiv. Nach der erfolgreichen Auspflanzung am 29. März führen wir nun eine Direktsaat an einer anderen Stelle durch. Auch hierbei wurden die Flächen speziell vorbereitet, um die Erfolgsaussichten zu erhöhen.

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Vorbereiten der Aussaat auf einer gefrästen Fläche ohne Konkurrenzvegetation.

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Aussäen der etwa 2000 feinen Samen und ...

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...Übersieben mit Erde.

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Andrücken, damit die Samen fest liegen…

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…und mit der Feinbrause gießen!

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Ein Gemeinschaftswerk von Pia Puljanic (KfW Stiftung), Peter Pohlmann (Fachgebiet Landschaftspflege des Landkreises Darmstadt-Dieburg), Kirsten Müller (Stadt Mörfelden-Walldorf), Linus Wamser (FÖJ Ladadi).

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Hier werden nicht einzelne Samen, sondern mittels Mahd geerntete Zwerggras-Büschel mit kompletten Ähren ausgestreut.

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Die im Frühling gesetzten Zwerggraspflanzen konnten sich erfolgreich vermehren, es sind bereits Keimlinge zu sehen.

22. September 2017

Die am 11. September ausgesäten Samen des Zweifelhaften Grannenhafers (Ventenata dubia) und der Sumpf-Fetthenne (Sedum villosum) sind bereits nach wenigen Tagen gekeimt. Die Herbstaussaat vom Ranselberger Grannenhafer soll außerdem noch im Oktober vom Landschaftspflegeverband Rheingau-Taunus e.V. wieder ausgebracht werden, weil die Frühlingspflanzung wenig Erfolg hatte.

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20. September 2017

Dirk Bönsel und Dr. Petra Schmidt (PLÖN) legen ihren Monitoringbericht zum Fünfmännigen Spörgel (Spergula pentandra) und Drüsigen Ehrenpreis (Veronica acinifolia) vor. Demnach haben sich diese an den neuen Standorten vermehren können und werden dort hoffentlich eine neue Population aufbauen. Eine weitere Kontrolle ist für den Frühling vorgesehen.

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Drüsiger Ehrenpreis (Veronica acinifolia) reich fruchtend am Ansiedlungsort; 3. Juli (Foto: Bönsel)

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Fünfmänniger Spörgel (Spergula pentandra) ist am Ansiedlungsort zur Blüte gelangt. (Foto: Schmidt)

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Drüsiger Ehrenpreis (Veronica acinifolia) reich fruchtend am Ansiedlungsort; 3. Juli (Foto: Bönsel)

18. September 2017

Die Naturschutz-Akademie Hessen (NAH) veranstaltet in Wetzlar eine Tagung zum Thema „Wiederansiedlung von Tier- und Pflanzenarten in Hessen“. Dies gibt uns Gelegenheit, über Erfahrungen und erste Erfolge aus unseren Wiederansiedlungsvorhaben zu berichten.

31. August 2017

Auf der Thaidener Hute im Ulstertal/Rhön erfolgt ein erneuter Versuch, die Sumpf-Fetthenne (Sedum villosum) wieder anzusiedeln, nachdem ein erster Versuch im Jahr 2012 gescheitert ist. Rückblickend war die damalige Stelle ungünstig gewählt, außerdem wurden zu wenige (ein Dutzend) Pflanzen verwendet. Wir versuchen es nun erneut mit etwa hundert Pflanzen an einer günstigeren Stelle auf der ausgedehnten Rinderhute.

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16. August 2017

Sonja Kraft vom Landschaftspflegeverband des Rheingau-Taunus-Kreises macht die erfreuliche Beobachtung, dass einige Pflanzen des Zweifelhaften Grannenhafers (Ventenata dubia) an den Ansiedlungsorten im Rheingau-Taunus-Kreis doch noch zur Blüte gelangt sind.

11. August 2017

Nach und nach keimen weitere Pflanzen der bereits im Frühling durchgeführten Aussaat des Gewöhnlichen Nadelröschens (Fumana procumbens). Inzwischen haben wir immerhin fast hundert Pflanzen in Kultur, nachdem wir aus der ersten Aussaat im März 2016 lediglich 2 Pflanzen erhalten hatten. Diese zweijährigen Pflanzen haben nun geblüht und gefruchtet.

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7. August 2017

Auf der Melpertser Hute im Ulstertal/Rhön versuchen wir die Sumpf-Fetthenne (Sedum villosum) wieder anzusiedeln. Ein recht stark betretener Randbereich eines Quellsumpfes erscheint geeignet, weil hier durch den Tritt des Weideviehs im sumpfigen Boden regelmäßig offene Bodenstellen geschaffen werden. Hier können die Samen gut keimen und sich die Jungpflanzen ohne störende Konkurrenz entwickeln, denn die zierliche Sumpf-Fetthenne ist konkurrenzschwach und kann sich nicht gegen üppige Hochstauden und bultige Seggen durchsetzen. Aus diesem Grunde ist eine bereits 2012 hier erfolgte Auspflanzung gescheitert, denn die Stelle ist inzwischen von einer Mädesüß-Staudenflur überwachsen.

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29. Juli 2017

Die seit Jahren schrumpfende Population der Sumpf-Fetthenne auf der Mathesberg-Hute im Ulstertal/Rhön verstärken wir durch Hinzupflanzen von etwa 150 Pflanzen aus der gleichen Herkunft. Im Bereich der dicht mit Hochstauden wie Mädesüß bewachsenen Bereiche ist die Art im Laufe der letzten Jahre bereits verschwunden, denn die zierliche Sumpf-Fetthenne (Sedum villosum) ist konkurrenzschwach und kann sich nicht gegen üppige Hochstauden und bultige Seggen durchsetzen. Ein recht stark betretener Randbereich einer Viehtränke erscheint uns besonders geeignet, weil hier durch den Tritt des schweren Weideviehs regelmäßig offene Bodenstellen geschaffen werden. Hier können die Samen gut keimen und sich die Jungpflanzen ohne störende Konkurrenz entwickeln. Der in diesem Fall steinige und bereichsweise flachgründige Boden erschwert zudem das Aufwachsen von Hochstauden, während die Sumpf-Fetthenne an solche Standorte bestens angepasst ist und auch sommerliche Austrocknung gut überstehen wird.

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Die Pflanzung erfolgt an einer steinigen, zeitweise sickernassen Stelle etwa 500 Meter entfernt von der alten Population.

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Angießen ist bei der Pflanzung nicht nötig.

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Panorama-Ansicht des Ansiedlungsortes.

27. Juli 2017

Die erste Erfolgskontrolle am Ansiedlungsort „Steinköppel“ bei Laubach-Altenhain zeigt, dass etliche Pflanzen des Zweifelhaften Grannenhafers zur Blüte gelangt sind. Dies überrascht uns, weil dies an den anderen Ansiedlungsorten und auch in Kultur (siehe Tagebucheintrag 7. Juli) nicht der Fall war. Als Folge der Hitze und Trockenheit sind aber auch hier viele Pflanzen vedorrt. Die ebenfalls hier ausgepflanzte Aufrechte Weißmiere hat allerdings reich geblüht und gefruchtet – eine erneute Kontrolle im Frühling wird zeigen, ob die Samen dann keimen und sich die nächste Generation entwickelt. Erst dann kann die Ansiedlung als gelungen bezeichnet werden.

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Blühender Grannenhafer (Ventenata dubia) am Ansiedlungsort.

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Blütenrispe mit deutlich erkennbaren langen Grannen und langem Blatthäutchen (links unten).

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Aufrechte Weißmiere (Moencia erecta) mit reifen Samenkapseln.

22. Juli 2017

Gartenführung zum Thema Erhaltungskulturen – Die Führung unseres Projektleiters Andreas König mit dem Titel „Wiederansiedlung gefährdeter Arten aus dem Botanischen Garten“ befasst sich mit dem Beitrag Botanischer Gärten zum Erhalt bedrohter Pflanzenarten.

21. Juli 2017

Die bereits 2012 und 2016 erfolgte Wiederansiedlung der Sumpf-Fetthenne (Sedum villosum) auf der Seifertser Hute hat sich gut entwickelt. Wir verstärken die Population und verbessern so die Überlebenschancen, indem wir an einer weiteren Stelle etwa fünfzig Pflanzen ausbringen. Außerdem erhoffen wir uns davon Erkenntnisse über die Auswirkungen unterschiedlicher Standortfaktoren und Nutzungseinflüsse unter realen Verhältnissen.

19. Juli 2017

Unsere am 17. Mai durchgeführte Pflanzaktion des Acker-Schwarzkümmels (Nigella arvensis) bei Seeheim und Griesheim scheint recht erfolgreich verlaufen zu sein – von den 84 Pflanzen auf der Seeheimer Fläche haben 48 überlebt, was einer Quote von über 50% entspricht. Die allermeisten davon kommen jetzt zur Blüte bzw. haben bereits Früchte entwickelt. Auf der Griesheimer Düne ist die Überlebensrate mit rund einem Viertel deutlich schlechter. Hier gelangen nur 18 Pflanzen zur Blüte bzw. Fruchtreife. In Anbetracht des ziemlich späten Pflanztermins und der sommerlich sehr trockenen Standorte ist dies ein Erfolg.

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18. Juli – 15. August 2017

Im Rahmen eines vierwöchigen Praktikums digitalisiert Barbara Meurin publizierte historische Funddaten der Sumpf-Fetthenne. Die bislang unvollständigen Angaben zu dieser Art in der hessischen Artendatenbank können so ergänzt werden. Außerdem erstellt Frau Meurin eine Übersichtstabelle mit unseren Kulturerfahrungen zu den Verantwortungsarten, was für eine Auswertung hinsichtlich konkreter Fragestellungen vor allem für Folgeprojekte sehr hilfreich ist.

13. Juli 2017

An sumpfigen Stellen zweier Rinderweiden bei Freiensteinau versuchen wir, die im Vogelsberg einstmals häufige Sumpf-Fetthenne (Sedum villosum) wieder anzusiedeln. Von den letzten beiden Vogelsberger Vorkommen wurden im Vorjahr Samen geerntet und anschließend vermehrt. Wir wollen herausfinden, ob die konkurrenzschwache Art auf Flächen mit „extensiver“ landwirtschaftlicher Nutzung eine Überlebensperspektive hat. Beide Flächen scheinen geeignet zu sein, weil durch den Tritt der Rinder regelmäßig offene Bodenstellen geschaffen werden, die ideale Keimbetten für die staubfeinen Samen sind. Mittels Vertragsnaturschutz soll eine möglichst langfristige, naturverträgliche Pflege der Flächen sichergestellt werden.

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Projektleiter Andreas König (Botanischer Garten der Stadt Frankfurt am Main) und Gudrun Huber-Kreuzer (Untere Naturschutzbehörde des Vogelsbergkreises) pflanzen Sumpf-Fetthennen.

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Die Pflanzen sind kräftig, sie blühen und fruchten.

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Durch Viehtritt und Mahd entstandene offene Bodenstellen sind ideale Keimbetten für die staubfeinen Samen.

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Beweidung und Säuberungsmahd durch den Landwirt verschaffen der zierlichen Sumpf-Fetthenne (Sedum villosum) den nötigen Lebensraum.

7. Juli 2017

Bei einer Kontrolle unserer Kulturen zeigt sich, dass die allermeisten Pflanzen des Zweifelhaften Grannenhafers (Ventenata dubia) nicht zur Blüte gelangen. Als Ursache vermuten wir einen Spätfrost im April, aber letztlich stehen wir vor einem Rätsel. Dagegen haben sich die inzwischen 2jährigen Exemplare unserer südhessischen Sandpflanzen (Sand-Silberscharte – Jurinea cyanoides, Tomans Schwingel – Festuca tomanii, und Badener Rispengras – Poa badensis) sehr gut entwickelt. Die beiden Gräser haben erstmals in Kultur geblüht und wir konnten reichlich Samen ernten.

30. Juni 2017

Ein Teil der kultivierten Pflanzen wird erst im kommenden Herbst ausgepflanzt. Die in der Kultur hervorgebrachten Samen werden sorgfältig abgeerntet und dienen entweder der weiteren Vermehrung und Kultur, oder sie werden parallel zu Auspflanzungen direkt ausgesät. Mit Ausnahme des Zwerggrases haben wir von keiner der fünfzehn Projektpflanzen genügend Saatgut von Wildherkünften, um damit Erfolg versprechende Ansaaten im Freiland vornehmen zu können.

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Die vorjährigen Pflanzen des Gewöhnlichen Nadelröschens haben zum Teil erstmals geblüht.

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Von dem als schwierig geltenden Nadelröschen haben wir nach anfänglichen Fehlschlägen inzwischen über siebzig Pflanzen in Kultur.

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Die zweijährigen Pflanzen von Tomans Schwingel haben erstmals geblüht; die reifenden Ähren wurden soeben abgeerntet, bevor der Samen unkontrolliert ausfallen kann.

28. Juni 2017

Erste Beprobungen zur Genetik der Sand-Silberscharte finden statt. Hierfür werden nur sehr geringe Mengen an Blattmaterial benötigt, so dass eine Beeinträchtigung der Populationen nicht zu erwarten ist.

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Für die genetische Untersuchung genügen ein bis zwei Quadratzentimeter Blatt pro Pflanze.

23. Juni 2017

Der Projektbericht des Jahres 2016 ist fertig gestellt und wird an mehr als hundert beteiligte Personen bzw. Institutionen versendet.

17. Juni 2017

Die Masterarbeit von Simon Brauwers bringt Erkenntnisse zur Genetik der Heide-Wicke. Die historischen Vorkommen weisen darauf hin, dass es im Spessart entlang der hessisch-bayerischen Grenze einst ein zusammen hängendes Teilareal mit etlichen Populationen gegeben hat. Die an der Goethe-Universität Frankfurt (Arbeitsgruppe Prof. Dr. Zizka) durchgeführte Untersuchung ergab nun, dass die beiden verbliebenen Spessart-Populationen genetisch divers sind (keine Klone) und relativ nah miteinander verwandt sind. Um einer genetischen Verarmung entgegen zu wirken, empfiehlt Brauwers daher, die bayerische und hessische Population sowohl über Ex situ- als auch In situ-Maßnahmen wieder miteinander zu verbinden.

11. Juni 2017

Gartenführung zum Thema Erhaltungskulturen – Die Führung von Annette Jung mit dem Titel „Schon weg oder noch da?“ befasst sich mit dem Beitrag Botanischer Gärten zum Erhalt bedrohter Pflanzenarten.

10. Juni 2017

Bei einer Erfolgskontrolle der im Vorjahr (am 30. Mai 2016) durchgeführten Ansiedlung von Sandpflanzen auf der Sanddünen-Restitutionsfläche bei Seeheim werden wir positiv überrascht: Die Überlebensrate ist relativ hoch, obwohl die Pflanzung aus organisatorischen Gründen zu einem relativ ungünstigen Zeitpunkt erfolgte und keine Nachsorge durchgeführt wurde. Bei der Sand-Silberscharte haben nach einem Jahr 75% der gesetzten Pflanzen überlebt, beim Badener Rispengras knapp 60% und von Tomans Schwingel sogar 90%! Bei beiden Gräsern sind die meisten Pflanzen zur Blüte gelangt, wobei der Schwingel einen deutlich vitaleren Eindruck macht.

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Beim Badener Rispengras sind die Pflanzen zwar teils kümmernd, gelangten aber dennoch zur Blüte.

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Die Jungpflanzen der Sand-Silberscharte machen einen vitalen Eindruck, werden aber in diesem Jahr noch nicht zur Blüte gelangen.

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Beim Tomans Schwingel haben 90% der gepflanzten Exemplare haben überlebt und blühen.

9. Juni 2017

Die Erhaltungskulturen der Sumpf-Fetthenne zeigen deutliche Unterschiede hinsichtlich Phänologie und Aussehen, obwohl alle Herkünfte gleichzeitig ausgesät wurden und unter identischen Bedingungen kultiviert werden. Die interpretieren wir als Ausdruck regionaler bzw. standörtlicher Anpassung, die offenbar nach langer Zeit der Isolation genetisch fixiert ist.

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Während die Pflanzen der Herkunft Steinkopf/Rhön bereits überwiegend knospen und blühen, beginnen jene der Herkunft Mathesberg/Rhön gerade erst zu schießen.

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Blühende Sumpf-Fetthenne aus dem Vogelsberg

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Wegen der feinen Drüsenhaare wird die Pflanze auch Drüsige Fetthenne genannt.

8. Juni 2017

Die beiden Bachelorstudentinnen Jennifer Peil und Ivonne Linnscheid an der Justus-Liebig-Universität Gießen (Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Birgit Gemeinholzer) werden populationsgenetische Untersuchungen an der Sand-Silberscharte durchführen. Durch einen Vergleich der wildlebenden Populationen sowie der Untersuchung der Erhaltungskulturen im Botanischen Garten Frankfurt gewinnen wir Erkenntnisse über die genetische Diversität und Differenzierung sowie potentielle Inzuchteffekte. Diese Informationen können dazu genutzt werden, um Empfehlungen zur Stützung der Populationen zu geben, z.B. ob Populationen genetisch verarmt sind und eine Erhöhung des Genpools sinnvoll ist. Außerdem können beginnende Anpassungen an standortbedingte Verhältnisse detektiert werden, so dass in solchen Fällen von einer genetischen Durchmischung gebietsfremden Saatgutes abzuraten ist. Ferner kann durch die Ermittlung der Diversität der Erhaltungskulturen festgestellt werden, ob durch die Kultivierungsbedingungen spezielle Genotypen gefördert wurden oder die gesamte Diversität der Freilandpopulation ex-situ erhalten werden konnte.

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Dr. Andreas Opitz (Hessisches Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie), Prof. Dr. Birgit Gemeinholzer (Justus-Liebig-Universität Gießen) und Dr. Marion Beil (Planungsbüro naturplan, Darmstadt) begutachten die Silberscharte-Kultur.

26. Mai 2017

Wiederansiedlung der Aufrechten Weißmiere am Steinköppel von Laubach.

Während die Hute am Ramsberg (siehe 16. Mai) von Schafen beweidet wird, handelt es sich hier um eine Rinderhute. Mit dem Vergleich der unterschiedlichen Bewirtschaftung wollen wir Erfahrungen sammeln, um künftig Pflegemaßnahmen für diese Art verbessern zu können. Beide Flächen sind kommunales Eigentum der Stadt Laubach in Obhut des Landschaftspflegeverbandes.

24. Mai 2017

Pflanzaktion des Acker-Schwarzkümmels im Feldflorareservat Dreienberg bei Friedewald.

Die sieben Parzellen werden in altertümlicher Dreifelderwirtschaft gepflegt und beherbergen eine Fülle seltener „Unkräuter“, zu denen ab heute auch der in der Region früher heimische Acker-Schwarzkümmel gehört. Ehrenamtliche Mitglieder des Naturschutzbundes (NABU) helfen bei der Pflanzung auf den steinigen Ackerflächen.


22. Mai 2017

Die Verbundpartner von WiPS-De (www.wildpflanzenschutz.de) treffen sich zur einer Arbeitstagung im Palmegarten. Dies gibt uns Gelegenheit, den aktuellen Stand unseres Projektes vorzustellen.

17. Mai 2017

Pflanzaktion des Acker-Schwarzkümmels bei Seeheim und Griesheim.

Die letzte Pflanze der Seeheimer Population verschwand vor wenigen Jahren; im NSG Griesheimer Düne schaffte es die kleine Population bislang nicht aus eigener Kraft, sich in die nördlichen Bereiche des Gebietes auszubreiten.


Teamwork – Dr. Michael Stroh und Nadine Berck (UNB Kreis Darmstadt-Dieburg) bei der Arbeit.


Die jeweils etwa 80 Pflanzen waren auch nach drei Wochen noch fast alle vital, sie sollen im Laufe des Juli zur Blüten gelangen und sich in der neuen Heimat versamen.


Ein halbwegs geometrisches Pflanzmuster (hier eine Doppelreihe) erleichtert die spätere Erfolgskontrolle.

16. Mai 2017

Wiederansiedlung der Aufrechten Weißmiere am Lohhügel in Ruppertsburg.

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Eine Beweidung durch Rinder oder Schafe wie hier im NSG Lohhügel schafft geeignete Bedingungen für das Gedeihen der kleinwüchsigen Weißmiere.

Wiederansiedlung der Aufrechten Weißmiere am Ramsberg in Laubach;

dank guter Pflege mittels Beweidung in Regie des Landschaftspflegeverbandes (LPV) kommt hier noch der Zweifelhafte Grannenhafer vor, so dass auch die Weißmiere geeignete Bedingungen vorfindet.


Gemeinsame Pflanzaktion in Laubach für die Aufrechte Weißmiere; von rechts nach links: Bürgermeister Kluge (Stadt Laubach), Frau Pesch (NABU), Herr Brusius (Forstamt Wettenberg), Herr Bönsel (Botaniker, Büro PLÖN), Frau Moser (LPV Gießen).

Der Vogelsberggarten in Ulrichstein (www.vogelsberggarten.de) präsentiert auf einmalige Weise die Pflanzenwelt des Vogelsberges mit botanischen Raritäten.

Als typische Relikte der früheren bäuerlichen Kulturlandschaft sollen nun auch zwei unserer Projektpflanzen, nämlich Aufrechte Weißmiere und Zweifelhafter Grannenhafer, seit heute einer interessierten Öffentlichkeit gezeigt werden. Künftig sollen die Pflanzen nicht nur in Beeten, sondern auch in der naturnahen Rinderhute (Foto) eine Heimat finden.


Die Rinderhute im Vogelsberggarten ist als neue Heimat für den Zweifelhaften Grannenhafer und die Aufrechte Weißmiere gut geeignet.

13. Mai 2017

Führung von Andreas König zum Thema „Erhaltungskulturen Gefährdeter Arten im Botanischen Garten“. Eine weitere Führung zu diesem Thema wird am 22. Juli um 14 Uhr ebenfalls im Botanischen Garten Frankfurt stattfinden.

12. Mai 2017

Die Sumpf-Fetthenne besitzt nur noch ein vitales Vorkommen im Vogelsberg; ein zweites steht vor dem Erlöschen. Gemeinsam mit Mitarbeitern der Unteren Naturschutzbehörde des Vogelsbergkreises begutachten wir verschiedene Quellstellen in Weideflächen und prüfen ihre Eignung als Ansiedlungsort für diese Pflanzenart.

10. Mai 2017

Im NSG „Magertriften von Ober-Mörlen“ siedeln wir den Zweifelhaften Grannenhafer und den Fünfmännigen Spörgel wieder an, die beide hier bzw. in der Region ehemals vorkamen. Noch im Gebiet vorhandene Restpopulationen der Aufrechten Weißmiere und des Hügel-Knäuelkrautes verstärken wir durch das Auspflanzen von je etwa 150 Exemplaren. Bei einer ersten Nachkontrolle am 15.6.2017 sehen wir, dass alles gut angewachsen ist und blüht, nur der Grannenhafer scheint in diesem Jahr nicht blühen zu wollen. Noch stehen wir vor einem Rätsel.

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Gärtner Michael Strehl vom Botanischen Garten der Stadt Frankfurt (links) wird von Patrick Fülling (Regierungspräsidium Darmstadt) und Andreas König tatkräftig unterstützt; der Schutzgebietsbetreuer Maximilian Burck dokumentiert die Tätigkeit.

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Gründliches Angießen ist wichtig

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…damit die gesetzten Pflanzen Fuß fassen und sich am neuen Wuchsort etablieren können.

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Die große Menge an Pflanzen und das benötigte Wasser macht uns zu schaffen!

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Aber Teamwork erleichtert und beschleunigt die Arbeit.

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Aufgrund der ähnlichen standörtlichen Ansprüche und zur Erleichterung der Erfolgskontrolle setzen wir mehrere Pflanzen räumlich zusammen bzw. zu mehreren in ein Pflanzloch.

5. Mai 2017

Die vorjährige Kultur des Badener Rispengrases gelangt zur Blüte. Die Pflanzen sind ausdauernd und sollen im Herbst ausgepflanzt werden.

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Erhaltungskultur des Badener Rispengrases in voller Blüte; die reifen Samen werden wir später ernten.

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Beim Sand-Zwerggras ernten unsere Experten die reifen Ähren; sie liegen hier zum Nachtrocknen in einer Schale. Die Samen werden später gereinigt und tief gekühlt archiviert.

2. Mai 2017

Die erste Saatguternte trifft bei uns ein. Das im zeitigen Frühling blühende Sand-Zwerggras macht hier den Anfang; in den nächsten Wochen werden die weiteren Arten folgen.

Bildunterschrift für 2017-05-02_Saatgut: Beim Sand-Zwerggras ernten unsere Experten die reifen Ähren; sie liegen hier zum Nachtrocknen in einer Schale. Die Samen werden später gereinigt und tief gekühlt archiviert.

28. April 2017

Im Raum um Lorch (Rheingau) siedeln wir den Zweifelhaften Grannenhafer (Ventenata dubia) wieder an. Die Art hat in der Region ein letztes kleines Vorkommen, von dem im Vorjahr eine geringe Menge Samen gesammelt werden konnte. Daher können wir heute im Beisein von Pressevertretern rund 100 junge Pflänzchen auswildern. Die Aktion erfolgt in Kooperation mit Hessen Forst und der Unteren Naturschutzbehörde sowie des Landschaftspflegeverbandes des Rheingau-Taunus-Kreises.

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Reinhold Worch (Hessen Forst), Dr. Michael Berger (Untere Naturschutzbehörde) und der von uns beauftragte Experte Dietmar Teuber (Planungsbüro Plantago) schreiten zur Tat.

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Dabei werden sie von Sonja Kraft (Landschaftspflegeverband des Rheingau-Taunus-Kreises) kräftig unterstützt.

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Projektleiter Andreas König präsentiert die Pflanzen.

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Sonja Kraft vom Landschaftspflegeverband erläutert den Pressevertretern die Aktion.

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Gut angießen ist wichtig, damit die Wurzeln im steinigen Untergrund Fuß fassen können.

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Nun müssen die Pflänzchen alleine klar kommen…

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Wir inspizieren auch das Altvorkommen und merken, dass der Zweifelhafte Grannenhafer zu den weniger auffälligen Vertretern der heimischen Pflanzenwelt gehört.

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Nach eifriger Suche entdecken wir die unscheinbaren Pflanzen…

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…und besprechen Möglichkeiten zum Schutz der Population.

20 April 2017

Im NABU-Schutzgebiet „Weinberg bei Wetzlar“ erfolgt die Wiederansiedlung der Aufrechten Weißmiere (Moenchia erecta) und des Fünfmännigen Spörgels (Spergula pentandra). Beide sollen auch im Volkenbachtal bei Heuchelheim-Kinzenbach eine neue Heimat finden, zusammen mit dem Zweifelhaften Grannenhafer (Ventenata dubia) und dem Drüsigen Ehrenpreis (Veronica acinifolia) – dessen letztes Vorkommen im Landkreis Gießen ist erloschen, jedoch konnten wir Samen von dort vermehren und versuchen nun die Wiederansiedlung an einer hoffentlich besser geeigneten Stelle.

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Weinberg-Wetzlar: v.l.n.r.: Kerstin Roth (Regierungspräsidium Gießen, Obere Naturschutzbehörde); Andreas König (Botanischer Garten der Stadt Frankfurt, Projektleiter); Dina Schmidt (Geschäftsführerin der NABU-Stiftung Hessisches Naturerbe); Oliver Ginzler.

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Weinberg-Wetzlar: Gärtnerin Nathalie Pauker pflanzt an zuvor ausgewählten Stellen im FFH-Gebiet „Weinberg bei Wetzlar“ etwa 50 Exemplare der Aufrechten Weißmiere (Moenchia erecta).

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Weinberg-Wetzlar: Jungpflanzen der Aufrechten Weißmiere (Moenchia erecta) kurz vor der Pflanzung. Die Pflanzen sollen im Mai – Juni zur Blüte gelangen und sich in der neuen Heimat versamen.

Heuchelheim: Gärtnerin Nathalie Pauker beim Auspflanzen des Zweifelhaften Grannenhafers, der in der Region ehemals vorkam und nun unter der Obhut des Landschaftspflegeverbandes künftig wieder Teil der heimischen Pflanzenwelt werden soll.

Foto folgt.

6. April 2017

Eine weitere Wiederansiedlung des Sand-Zwerggrases (Mibora minima) findet bei Maintal statt. Unter den Helfern bei der Pflanzaktion ist auch der Erste Stadtrat Ralf Sachtleber. Die Stadt Maintal freut sich, das selten gewordene Sand-Zwerggras wieder in ihrer „grünen Mitte“ begrüßen zu können.

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5. April 2017

Die Wiederansiedlung des Fünfmännigen Spörgels (Spergula pentandra) im NSG Arfurter Felsen stellt uns vor Herausforderungen. Anhaltende Trockenheit und felsiger Standort erschweren die Pflanzung. Hier wie auch bei ähnlichen Vorhaben werden wir daher prüfen, ob bei einjährigen Pflanzen eine Direktsaat erfolgreicher sein könnte.

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31. März 2017

Bei einer Begehung im ausgedehnten NABU-Schutzgebiet „Weinberg bei Wetzlar“ ermitteln wir mehrere Stellen, die für eine Wiederansiedlung der Aufrechten Weißmiere (Moenchia erecta) und des Fünfmännigen Spörgels (Spergula pentandra) geeignet erscheinen. Gemeinsam mit Botanikern, Schutzgebietsbetreuern und Vertretern der Naturschutzbehörden versuchen wir hier wie auch in vielen vergleichbaren Fällen, die am besten geeigneten Stellen zu finden. Neben den speziellen Ansprüchen der Pflanzen sind dabei auch Belange der Pflege und Nutzung und mögliche Störungen zu bedenken, denn dies entscheidet über den Erfolg des Vorhabens.

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29. März 2017

Die Wiederansiedlung des Sand-Zwerggrases (Mibora minima) bei Mörfelden wird von der Stadt Mörfelden-Walldorf unterstützt und stößt auf reges Interesse. Bürgermeister Heinz-Peter Becker kennt die Pflanze noch aus früheren Jahren. Viele helfende Hände pflanzen mehr als 300 Zwerggrasbüschel – Buddeln wie auf dem Kinderspielplatz!

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6. März 2017

Beteiligung am „Runden Tisch Sand-Silberscharte” im Palmengarten. Diesmal waren wir selbst Gastgeber zu diesem Treffen der südhessischen Akteure für den Schutz der prioritären FFH-Art Jurinea cyanoides. Wir haben die Gelegenheit genutzt um unsere Gärtnerei mit der Anzucht und die Präsentation unserer Erhaltungs- und Vermehrungskulturen im Botanischen Garten zu zeigen.

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20. Februar 2017

Wir präsentieren unser Projekt auf der Frankfurter Biodiversitätskonferenz und profitieren von einem regen Austausch mit dem interessierten Publikum und anderen Akteuren.

17. Februar 2017

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Die Sämlinge aus unserer Vermehrungskultur des Drüsigen Ehrenpreises (Veronica acinifolia) gedeihen prächtig. Dies täuscht darüber hinweg, dass diese Art in Hessen inzwischen verschollen ist. In Zusammenarbeit mit dem Landschaftspflegeverband Gießen wollen wir in diesem Jahr eine Wiederansiedlung versuchen.

8. Februar 2017

Bei einem Treffen mit Ingrid Moser vom Landschaftspflegeverband Gießen erhalten wir wertvolle Hinweise auf geeignete Flächen für Wiederansiedlungsprojekte. Einige davon überprüfen wir noch am gleichen Tag, mit positivem Resultat.

2. Februar 2017

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Die erloschene Population der Sand-Silberscharte im NSG “Griesheimer Düne und Eichwäldchen” soll mit Hilfe unserer Erhaltungskultur wieder angesiedelt werden. Zusammen mit Vertretern der Naturschutzbehörde begutachten wir den vorgesehenen Ansiedlungsort.

1. Februar 2017

Ein Ortstermin im FFH-Gebiet “Sandtrockenrasen zwischen Mörfelden und Walldorf” offenbart neue interessante Optionen zur Wiederansiedlung des Zwerggrases (Mibora minima). Gemeinsam mit Mitarbeitern von Stadt und Naturschutzbehörde überlegen wir, welche Flächen am besten geeignet sind und wie diese vorbereitet bzw. gepflegt werden sollten.

31. Januar 2017

Nach anfänglichen Misserfolgen gelingt nun auch die Kultur des Nadelröschens (Fumana procumbens) mit vermutlich mykorrhiziertem Sand vom Herkunftsort relativ gut.

24. Januar 2017

Wir beginnen mit den Aussaaten für die neue Saison: Mit Ausnahme der Wiesen-Schwertlilie (Iris spuria), für die kein Ansiedlungsvorhaben geplant ist, werden alle Zielarten unseres Projektes ausgesät. Die Sichtung der Saatgutmengen ergab das erfreuliche Resultat, dass in der Saison 2016 fast doppelt so viel Saatgut geworben werden konnte wie im Vorjahr. 2015 waren es rund 20.540 Samen aller Projektpflanzen aus 30 Gebieten, in 2016 dagegen rund 38.038 Samen aus 36 Gebieten.

20. Januar 2017

Auch in diesem Jahr vergeben wir wieder Werkverträge zur Saatgutsammlung an externe Experten. Qualität und Menge der Samen sind entscheidend für den Erfolg unseres Projektes, so dass wir nur sachkundige und geschulte Personen hierfür einsetzen können