Projekt Erhaltungskulturen

zusammen mit der KfW-Stiftung

Ziel ist es, den Gefährdungsgrad dieser Pflanzen zu reduzieren, da diese momentan auf der Roten Liste der gefährdeten Arten stehen. Auf Grund des Verbreitungsbildes in Deutschland trägt das Land Hessen für sie eine besondere Verantwortung. Zudem leistet das Projekt einen Beitrag zur globalen Strategie zum Schutz der Pflanzen (Global Strategy for Plant Conservation, GSPC). Diese Strategie ist ein Programm im Rahmen der Convention on Biological Diversity, einem völkerrechtlichen Vertrag, dem die Bundesrepublik Deutschland beigetreten ist und damit entsprechende völkerrechtliche Verpflichtungen zum Schutz von Pflanzen übernommen hat.

Der einsetzende Frühling ist der Startschuss für das Projekt. Über die Vegetationsperiode bis zum Herbst sammeln Pflanzenspezialisten Samen folgender Arten ein:

  • Steifer Lauch (Allium strictum)
  • Tomans Schwingel (Festuca tomanii)
  • Gewöhnliches Nadelröschen (Fumana procumbens)
  • Sand-Silberscharte (Jurinea cyanoides)
  • Sand-Zwerggras (Mibora minima) siehe Abbildung 1 und 2
  • Aufrechte Weißmiere (Moenchia erecta)
  • Acker-Schwarzkümmel (Nigella arvensis) siehe Abbildung 4
  • Badener Rispengras (Poa badensis)
  • Hügel-Knäuelkraut (Scleranthus verticillatus)
  • Wiesen-Schwertlilie (Iris spuria)
  • Sumpf-Fetthenne (Sedum villosum)
  • Fünfmänniger Spergel (Spergula pentandra)
  • Zweifelhafter Grannenhafer (Ventenata dubia)
  • Drüsiger Ehrenpreis (Veronica acinifolia) siehe Abbildung 3
  • Heide-Wicke (Vicia orobus) siehe Abbildung 5

Den Anfang macht das Zwerggras (Mibora minima siehe Abbildung 1 und 2). Das kleinste Gras der Welt blüht zwischen Februar und April. Es wächst auf sandigen Äckern und hat seinen Verbreitungsschwerpunkt in Südhessen.

Vom verschollen geglaubten Drüsigen Ehrenpreis (Veronica acinifolia siehe Abbildung 3) konnte in Mittelhessen völlig überraschend noch eine Pflanze entdeckt werden. Diese Art war vor hundert Jahren noch nicht selten, steht aber aktuell in Deutschland vor dem Aussterben. Einige Samen dieses “letzten Mohikaners” sollen nun im Botanischen Garten ausgesät werden, um unter der Obhut der Gärtner eine Erhaltungskultur aufzubauen. Vielleicht gelingt es uns noch, die Art zu retten.

Der Flyer zum Projekt liegt im Botanischen Garten aus: Endstation rote Liste

Für weitere Informationen besuchen Sie bitte die Webseite der KfW-Stiftung: KFW-Stiftung

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Abb. 1: Mibora minimavon von Simon Dietmann
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Abb. 2: Mibora minima von Lea Kohn
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Abb. 3: Veronica acinifolia von Dirk Bönsel
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Abb. 4: Nigella arvensis von Elke Brude
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Abb. 5: Vicia orobus von Elke Brude